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* Die [[VVN-BdA]] lädt unter dem Motto „Lasst Otto ruhen! Hoch lebe [[ | * Die [[VVN-BdA]] lädt unter dem Motto „Lasst Otto ruhen! Hoch lebe '''Manga Bell''' [[https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Manga_Bell]]!“ für Sonntag, 15. Dezember, 13 Uhr, zu einer Mahnwache gegen die Wiederaufstellung auf den kleinen Platz an der Ecke Bolongarostraße/Leverkuser Straße ein – vier Wochen nach dem Sturz. | ||
* Initiator ist Dieter Bahndorf: Sprecher der hessischen Landesvereinigung, Mitglied der Kreisvereinigung Frankfurt, Lebensmittel-Ingenieur und SPD-Mitglied im Ostend. | * Initiator ist Dieter Bahndorf: Sprecher der hessischen Landesvereinigung, Mitglied der Kreisvereinigung Frankfurt, Lebensmittel-Ingenieur und SPD-Mitglied im Ostend. | ||
* In seinem Aufruf wirft er [[Otto von Bismarck|Bismarck]] als Kanzler die Verantwortung für die Kolonisierung vor. Er kreidet ihm das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (1878–1890) an: Bismarck habe die heute älteste Partei Deutschlands verbieten lassen, „sie hat ihn jedoch um über 100 Jahre überlebt und stellt momentan den Kanzler“. | * In seinem Aufruf wirft er [[Otto von Bismarck|Bismarck]] als Kanzler die Verantwortung für die Kolonisierung vor. Er kreidet ihm das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (1878–1890) an: Bismarck habe die heute älteste Partei Deutschlands verbieten lassen, „sie hat ihn jedoch um über 100 Jahre überlebt und stellt momentan den Kanzler“. | ||
Aktuelle Version vom 16. Oktober 2026, 19:28 Uhr
Nach Denkmalsturz: Debatte über die Höchster Bismarck-Statue
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quelle: Frankfurter Neue Presse (fr.de), 31.01.2026, 15:11 Uhr (Dieter Sattler), „Nach Denkmalsturz: Heftige Debatte über Höchster Bismarck-Statue“
Ausgangslage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die 1899 in Höchst aufgestellte, von Alois Mayer geschaffene Bronzestatue Otto von Bismarcks (1815–1898) wurde von Höchster Bürgern gestiftet.
- Im November 2024 stürzzen Unbekannte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Statue; die „Antikoloniale Aktion“ signierte ihr Zerstörungswerk und rühmte sich der Tat in sozialen Netzwerken. Begründet wurde der Sturz mit Bismarcks Bezug zum deutschen Kolonialismus in Afrika.
- Die Bronzestatue lagert vorübergehend im Depot. Seither wird heftig gestritten, ob sie wiederaufgestellt oder ins Museum gegeben wird.
Podiumsdiskussion im Neuen Theater Höchst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An einem Montagabend diskutierten ein Experten-Podium und rund 60 Zuhörer im Neuen Theater Höchst über die Zukunft des Denkmals – laut Autor eine beispielhafte Spiegelung der weltweiten Diskussion über historisch umstrittene Figuren.
Für die Wiederaufstellung:
- Maria Wüllenkemper (Landesamt für Denkmalpflege) und Kunsthistoriker Winfried Speitkamp: „Denkmäler gehören auf ihren angestammten Platz“ – allerdings mit Kommentierung und historischer Einordnung.
Für das Museum:
- Meheza Kalibani (Kurator für koloniale Vergangenheit und postkoloniale Gegenwart, Hamburg) und Suy Lan Hopmann (Kuratorin des Berliner Museums Nikolaikirche): Das Denkmal sei im Museum besser aufgehoben und könne auch dort der geschichtlichen Aufklärung dienen.
Rechtsbruch und Kontroverse im Publikum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mehrere Zuschauer bemängelten, dass auf dem Podium niemand festhielt, dass der Anlass der Debatte ein klarer Rechtsbruch war – ein „krimineller Akt“, so ein Jurist; die Täter stammten wohl aus dem linksextremen Spektrum und hätten sich angemaßt, „Richter über die Geschichte zu spielen“.
- Kalibanis Einschätzung, das Grundgesetz erlaube quasi Rechtsbrüche aus moralischen Gründen, wies Speitkamp zurück: Das Widerstandsrecht (Art. 20 Abs. 4 GG) wie auch der oft zitierte „zivile Ungehorsam“ beziehen sich auf die großen Fragen der Demokratie und der Menschheit, nicht auf Privatmeinungen zu Bismarck.
- Als Bürger die kolonialistische Schuld Bismarcks im internationalen Vergleich relativierten, unterbrach Moderatorin Angela Janelli (Historisches Museum, Kuratorin für Partizipation) sie rüde mit dem Hinweis, der Abend gelte nicht der deutschen Kolonialgeschichte.
Historische Einordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bismarcks Erbe ist kontrovers: unstrittig sind sein Militarismus und preußischer Nationalismus (der Frankfurt 1866 den Status als freie Reichsstadt kostete) ebenso wie seine fortschrittliche Sozialgesetzgebung.
- Speitkamp nannte Grenzen der Denkmalpflege: Der Sturz der Statue des britischen Sklavenhändlers Edward Colston 2020 in Bristol sei legitim gewesen, ebenso gebe es in Deutschland keine Hitler-Statuen mehr. Bismarck sei in dieser Kategorie aber nicht einzuordnen.
Ausblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Laut Kulturamt war die Veranstaltung Auftakt einer Reihe zum Umgang mit umstrittenen Denkmälern sowie Namen von Straßen und Plätzen.
- Offen ist, ob die Stadt die Statue ins Museum geben oder an ihren angestammten Platz in der Rudolf-Schäfer-Anlage zurückstellen wird – im Publikum vermutete man eine Tendenz zum Museum.
Gestürztes Bismarck-Denkmal in Frankfurt: Streit um die Wiedererrichtung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quelle: Frankfurter Neue Presse (fr.de), 19.12.2024, 04:53 Uhr (Holger Vonhof), „Gestürztes Bismarck-Denkmal in Frankfurt: Heftiger Streit mit überraschender Wendung“
Ausgangslage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Vier Wochen zuvor war das Bismarck-Denkmal in Höchst – gerade 125 Jahre alt geworden – in einer Nacht-und-Nebel-Aktion umgerissen worden (wir berichteten).
- Die bronzene Statue liegt seitdem in einem städtischen Depot; über die Wiedererrichtung wird heftig gestritten.
- Anlass des Artikels: eine von Dieter Bahndorf (VVN-BdA Frankfurt, SPD, Ostend) angekündigte „Mahnwache“ gegen die Wiederaufstellung am verwaisten Sockel – der Metzgermeister Thomas Reichert hatte in sozialen Medien zur Gegenkundgebung aufgerufen.
Ablauf der Mahnwache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reichert, der die Wiedererrichtung befürwortet, betonte, die Aktion sei illegal: „Das, was passiert ist, ist illegal.“ Er versprach den Gegnern zuzuhören: „Wir haben keine Trillerpfeifen dabei.“
- Bahndorf verlas die Erklärung des VVN-BdA mit scharfer Kritik an Bismarck: Vorwurf der Kolonisierung, Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokratie, sogar eine Verbindung zur AfD. Er verwies darauf, dass der Ortsbeirat 6 nicht geschlossen hinter der Wiedererrichtung stehe – „zumindest SPD und Linke“ sähen das kritisch.
- Nach anfänglichem Zögern (er wolle „der AfD keine Bühne bieten“) überließ Bahndorf das Mikrofon Amir Andusa (Vorsitzender der Jungen Union Frankfurt-West): Der Wiederaufbau finde in Höchst „parteiübergreifend Unterstützung“; wer sich einmische, übe „Frankfurter Imperialismus gegenüber Höchst“ – Bismarck müsse wie jede historische Person im zeitgenössischen Kontext gesehen werden.
- Rund 20 Höchster folgten dem Aufruf Reicherts und forderten die sofortige Wiedererrichtung.
Politische Positionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Magistrat/Kulturdezernentin: Ina Hartwig (SPD) stellte in ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Stadtverordneten Susanne Serke in der Stadtverordnetenversammlung die Wiedererrichtung in Frage: Zunächst solle das Votum der Kommission für Erinnerungskultur abgewartet werden, die im Frühjahr 2025 wieder tagt. Ihr gehören die mit belasteten Straßennamen und Statuen befassten Ämter, Institute und Museen sowie externe Sachverständige an. Voraussichtlich Mitte 2026 werde ein erster Bericht der Arbeitsgruppe zu Namen vorgelegt, die „mit hoher Wahrscheinlichkeit belastet“ eingestuft werden.
- SPD-intern geteilt: Der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Sieghard Pawlik (Sindlingen), ehrenamtlicher Stadtrat und Magistratsmitglied, unterstützte Reicherts Aufruf gegen die Mahnwache.
- Zivilgesellschaft: Waltraud Beck („Omas gegen Rechts“, langjährig aktiv in der Höchster Arbeitsgemeinschaft Geschichte und Erinnerung) würde es nicht stören, „wenn der gute Mann im Historischen Museum verschwindet“. Sie verwies aber darauf, dass die AG – in der Parteien und Kirchen mitarbeiten – seit Jahren vergeblich eine Hinweistafel mit kontextuellen Erklärungen am Denkmal gefordert hatte: „Vielleicht, wenn die Stadt früher reagiert hätte, hätte es keinen Bismarck-Sturz gegeben.“
Einordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bemerkenswert am Abend: Gegner und Befürworter der Wiedererrichtung begegneten sich und tauschten – anders als angesichts der kontroversen Vorzeichen erwartet – ruhig Argumente aus.
One Colonizer down - Bekennerbotschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quelle: https://de.indymedia.org/node/471788
Text:
One Colonizer down! von: anonym am: 15.11.2024 - 11:26 Themen: AntifaAntirassismusSoziale KämpfeWeltweit Regionen: FFM; Frankfurt am Main
Heute, 140 jahre nach Beginn der Kongo Konferenz, bei der die Vertreter der kolonialen großmächte Afrika gewaltvoll unter sich aufteilten, wurde eine Bismarck Statue in Frankfurt am Main gefällt. Denn Koloniale Kontinuitäten finden sich über all in Deutschland und wir müssen ihnen praktisch etwas entgegensetzen.
Zur 140. Jährung der Kongo Konferenz versammelten sich heute morgen Anhänger:innen der Antikolonialen Bewegung um ein Zeichen zu setzen, gegen den Kolonialismus und gegen eine fehlgeleitete Erinnerungskultur. Vor 140 Jahren am 15.11.1884 begann die Berliner Konferenz, auch Kongo Konferenz genannt, die bis zum 26.02.1885 andauerte. Eingeladen dazu hat der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck. Die Konferenz ist jene, an denen Vertreter europäischer Großmächte, die USA, Russland und das osmanische Reich Afrika in Kolonien aufteilte und willkürlich Grenzen zog. Damit leiteten sie eine gewaltvolle Eroberung und Ausbeutung des Kontinents ein, welche zu jahrelangen systematischen Ausbeutung und Versklavung führte. Bis heute gibt es in Deutschland unzählige Bismarck Denkmäler und Statuen. Dabei machen Bismarckstatuen den größten Anteil der Statuen in Deutschland aus. Auch heute wird noch positiv an ihn erinnert, ausgelassen werden dabei seine Gräueltaten.
Die deutsche Kolonialgeschichte wird in unserer Gesellschaft kleingeredet, dabei bildeten die deutschen Kolonien 1914 flächenmäßig das drittgrößte Kolonialreich. Der Genozid durch König Leopold II. im Kongo und der Genozid in Namibia fanden beide nach der Kongo Konferenz statt. Vor 120 Jahren begann der Völkermord an den Ovaherero und Nama. Trotz ihres Widerstands wurden bis zu 60.000 Ovaherero und 10.000 Nama vom deutschen Kolonialreich ermordet. Bis heute wirken die Folgen der Kolonialisierung nach, denn der Kolonialismus war nie vorbei und der Kampf dagegen ist es auch nicht. Erinnerungspolitik soll Gerechtigkeit schaffen und an diejenigen erinnern, die der Eroberung zum Opfer fielen und nicht den Tätern. Wir brauchen keine Statuen von Tätern und Kolonialisten. Wir kämpfen an der Seite aller unterdrückter Völker dieser Erde und sagen dem herrschenden Kolonialismus den Kampf an.
Antikolonialer Kampf muss praktisch werden!
Mahnwache gegen die Wiedererrichtung des Bismarck-Denkmals angekündigt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quelle: Frankfurter Neue Presse (fr.de), 17.12.2024, 05:21 Uhr (Holger Vonhof), „Mahnwache geplant: Was passiert nach dem Sturz des Bismarck-Denkmals in Frankfurt?“
Ausgangslage: der Denkmalsturz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In der Nacht vom 14. auf den 15. November 2024 sägten Unbekannte aus der linken Szene die Bismarck-Statue in Höchst an, rissen sie um und besprühten sie mit Parolen – als „Antikoloniale Aktion“ signiert. (Anmerkung: Der Text nennt die Statue hier einmal „150 Jahre alt“, sie wurde laut sonstiger Berichterstattung 1899 aufgestellt.)
- Die Statue lagert in einem städtischen Depot; über Reinigung, Sanierung und Wiederaufstellung wird seitdem gestritten.
Geplante Mahnwache der VVN-BdA
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die VVN-BdA lädt unter dem Motto „Lasst Otto ruhen! Hoch lebe Manga Bell [[1]]!“ für Sonntag, 15. Dezember, 13 Uhr, zu einer Mahnwache gegen die Wiederaufstellung auf den kleinen Platz an der Ecke Bolongarostraße/Leverkuser Straße ein – vier Wochen nach dem Sturz.
- Initiator ist Dieter Bahndorf: Sprecher der hessischen Landesvereinigung, Mitglied der Kreisvereinigung Frankfurt, Lebensmittel-Ingenieur und SPD-Mitglied im Ostend.
- In seinem Aufruf wirft er Bismarck als Kanzler die Verantwortung für die Kolonisierung vor. Er kreidet ihm das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (1878–1890) an: Bismarck habe die heute älteste Partei Deutschlands verbieten lassen, „sie hat ihn jedoch um über 100 Jahre überlebt und stellt momentan den Kanzler“.
- Bogen zur Gegenwart: Bismarck sei mit einer Gesetzesvorlage gescheitert, der zufolge Sozialdemokraten hätten ausgebürgert werden können – „Diese Art von ‚Remigration‘ kennen wir auch aus Forderungen heutiger deutscher Parteien von der extremen Rechten“ (Anspielung auf die AfD).
Position der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- CDU-Stadtverordnete Susanne Serke (Ortsvorsteherin, Ortsbeirat 6) hatte sich in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung nach dem weiteren Vorgehen zur Wiederaufstellung erkundigt.
- Die schriftliche Antwort von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) ließ sie baff: Kosten für Reinigung, Sanierung und Wiederaufstellung könnten derzeit „nicht beziffert werden“ – das Wörtchen „würden“ deutet nach Serkes Lesart darauf, dass die Wiederaufstellung für die Stadt offenbar nicht selbstverständlich ist.
- Zunächst solle ein Votum der Kommission für Erinnerungskultur zum Umgang mit dem Denkmal abgewartet werden. Die Kommission tagt wieder im Frühjahr 2025; ihr gehören Vertreter:innen der mit belasteten Straßennamen und Statuen befassten Ämter, Institute und Museen sowie externe Sachverständige an.
- „Voraussichtlich Mitte 2026 wird ein erster Bericht der Arbeitsgruppe der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt, der zu den Namen Stellung nimmt, die als mit hoher Wahrscheinlichkeit (…) belastet eingestuft werden.“
Einordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Artikel dokumentiert die erste Woche der Kontroverse zwischen Denkmalsturz (illegale „Antikoloniale Aktion“) und städtischem Entscheidungsprozess: Während die VVN-BdA die Nicht-Wiedererrichtung fordert, signalisiert das Kulturdezernat Verzögerung bis zum Kommissionsvotum – die eigentliche Mahnwache und die Gegenkundgebung sind Gegenstand des Folgeartikels vom 19.12.2024.