Fernwärme Preiserhöhung
Zu den angekündigten Preiserhöhungen 2026 für Fernwärme wurde am 29.09.2026 eine PM veröffentlicht:
Mainova AG erhöht Fernwärmepreise – Wärme darf keine Kostenfalle sein!
In einer Pressemitteilung vom 21. September hatte die Mainova AG verkündet bereits zum 1. Oktober 2026 die Preise für Fernwärme um knapp fünf Prozent zu erhöhen. Dies kritisiert Alexis Passadakis, Sprecher für Klimagerechtigkeit der Linksfraktion im Römer:
„Diese Preissteigerung zeigt deutlich, dass Frankfurt von einer sozial gerechten Wärmewende weit entfernt ist. Bereits im vergangenen Jahr hat die Mainova AG die Kosten für die Wärmeversorgung um 25 bis 36 Prozent erhöht. Angesichts der angespannten Kaufkraft vieler Haushalte vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten summieren sich die Mehrkosten und bringen die Frankfurter*innen zunehmend an ihre Grenzen. Für ein Mehrfamilienhaus bedeutet dies eine Mehrbelastung von durchschnittlich rund 75 Euro pro Haushalt und Jahr, für ein Einfamilienhaus rund 137 Euro jährlich. Gleichzeitig hat das Unternehmen im Jahr 2025 einen Gewinn von 252 Millionen Euro erzielt. Da stellt sich die Frage: Wie viel der Preissteigerung geht zulasten der Haushalte und Mieter*innen?“ Angesichts der angespannten Wohnsituation brauche es eine andere Politik, fordert Passadakis. Als Mehrheitseignerin müsse die Stadt Frankfurt ihren Einfluss auf die Mainova AG nutzen. Passadakis ergänzt: „Wärme gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir brauchen transparente Preise, ein kostengünstiges Grundkontingent und eine konsequente Ausrichtung der Mainova AG auf erneuerbare Energien. Statt die Abhängigkeit von fossilem Gas zu verlängern, muss Frankfurt raus aus der Gaskostenfalle.“
Auch die aktuelle Wärmeplanung zeige, dass Frankfurt weiterhin stark auf Gas setze, anstatt den Ausstieg konsequent voranzutreiben. „Das Bündnis Wärmewende, ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen und Organisationen, setzt sich für eine soziale, transparente und demokratisch gestaltete Wärmewende ein. Ein vom Bündnis beauftragtes Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der städtische Wärmeplan in wesentlichen Punkten nachgebessert werden muss, beispielsweise bei der Auswahl und dem Vergleich der Zielszenarien der Wärmeplanung bis 2045 sowie bei Energieeinsparung und Energieeffizienz. Eine Perspektive für die Stilllegung und den Rückbau des Gasnetzes fehlt ebenfalls.“ So betont Passadakis: „Die Wärmewende muss schneller vorankommen, ohne die Kosten einseitig auf die Haushalte abzuwälzen.“
Passadakis abschließend: „Die Linksfraktion im Römer stellt sich hinter die Forderungen der Initiative. Die Wärmewende gelingt nur mit beschleunigter Sanierung, aktiver Beratungsarbeit und der konsequenten Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien. Für die Mainova AG muss das bedeuten: Weg vom fossilen Erdgas, hin zu einer gemeinwohlorientierten Wärmeversorgung! Eine soziale und klimagerechte Transformation darf nicht auf dem Rücken von Mieter*innen ausgetragen werden.“
Kritik vor dem Hintergrund d. Kommunalwahlprogramms
Ich schaue mir noch die relevanten Passagen im Wahlprogramm genauer an (Klimagerechtigkeit, Wärmewende, Mainova).## Vergleich: Pressemitteilung vs. Kommunalwahlprogramm 2026
- Vorab ein Hinweis zur Qualität:** Der Pressetext (PDF aus einer E-Mail ausgedruckt) ist nur mit erheblichen Textlücken lesbar – einige Sätze der PM sind unvollständig überliefert. Die Aussagen lassen sich aber im Kern gut vergleichen.
- 🟢 Vereinbare Punkte (die PM setzt die Programm-Linie fort)
| Thema | Wahlprogramm (Okt. 2025) | Pressemitteilung (Sept. 2026) | |---|---|---| | Preiserhöhungen kritisieren | „Massiver Anstieg der Fernwärmepreise … exorbitante Preiserhöhung muss zurückgenommen werden“ | Kritik an neuer Erhöhung zum 1.10.2026, Mehrbelastung ~75 €/137 € pro Jahr, „Wärme darf keine Kostenfalle sein“ | | Soziale Wärmewende | „Wärmewende ökologisch, sozial und in Bürger*innenhand“, Sanierungen, die Mieter*innen „entlasten statt belasten“, „Heizen darf kein Luxus sein“ | „Frankfurt ist von einer sozial gerechten Wärmewende weit entfernt“; Kosten dürfen „nicht einseitig auf die Haushalte abgewälzt“ werden | | Gas-Ausstieg | „Kurswechsel bei der Mainova hin zu erneuerbaren Energien … planungssicherer Gas-Ausstieg“ | „Statt die Abhängigkeit von fossilem Gas zu verlängern … Weg vom fossilen Erdgas“ | | Kritik an der Wärmeplanung | „Transparente kommunale Wärmeplanung mit Bürger*innenbeteiligung (Wärmerat)“ | Kritik: Wärmeplanung setze weiter auf Gas; Rechtsgutachten des Bündnisses zu Zielszenarien 2045 | | Bündnis-Unterstützung | „Wir unterstützen das Bündnis Wärmewende Frankfurt“ | „Die Linksfraktion stellt sich hinter die Forderungen der Initiative“ | | Mainova-Kritik als gewinnorientierte AG | „Als Aktiengesellschaft … dem Gemeinwohl nicht verpflichtet“ | Forderung nach „gemeinwohlorientierter Wärmeplanung“ für die Mainova |
Die PM ist also inhaltlich eine konsequente Anwendung des Programm-Kapitels „Wärmewende ökologisch, sozial und in Bürger*innenhand“ auf den konkreten Anlass.
- 🟡 Spannungsfelder / Unterschiede
- **Keine Rücknahme-Forderung (mehr?):** Das Programm fordert explizit, die Preiserhöhung von 25–36 % (Mai 2025) **zurückzunehmen**. In der PM zur Erhöhung 2026 findet sich (soweit der lückenhafte Text das erkennen lässt) nur die Frage, wie viel der Preissteigerung zulasten der Haushalte geht – ein expliziter Rücknahme- oder Stopp-Auftrag fehlt. Das ist kein Widerspruch, aber eine auffällige Abschwächung. - **Umwandlung der Mainova in einen Eigenbetrieb** und der **Wärmerat** tauchen in der PM nicht auf – die strukturellen Kernforderungen des Programms bleiben dort unerwähnt. - **Zeitliche Dopplung:** Das Programm benennt bereits eine Preiserhöhung 2025, die PM eine weitere 2026 – die Kritik wiederholt sich, ohne dass das Programm hierzu bereits verbindliche Konsequenzen (z. B. Kündigung der Betriebskonzession, Klage) anbietet.
- 🔴 Echte Widersprüche
Im erkennbaren Textbestand gibt es **keinen inhaltlichen Widerspruch**. Am ehesten kritisch zu hinterfragen wäre der Befund, dass das Programm einerseits Fernwärme stark ausbauen will („Neubauten sollen nach Möglichkeit den Zugang zum Fernwärmenetz erhalten“, „Fernwärmeinfrastruktur rasch ausbauen“) und andererseits die Preispolitik der Betreiberin bekämpft – steigende Preise untergraben die eigene Ausbau-Strategie, solange die Mainova unverändert als gewinnorientierte AG firmiert. Das ist eine logische Spannung, aber kein direkter Textwiderspruch.
- Fazit:** Die Pressemitteilung ist mit dem Wahlprogramm gut vereinbar und folgt dessen Wärmewende-Kapitel fast punkt für punkt. Abweichungen betreffen v. a. die Tonstärke (keine Rücknahme-Forderung, kein Eigenbetriebs-Modell) – und im lückenhaften OCR-Text lässt sich nicht ausschließen, dass solche Forderungen im Original standen. Falls du mir die PM in besserer Qualität (z. B. als Original-PDF der Fraktion) geben kannst, prüfe ich die Vergleichspunkte gern noch einmal genau.