Zum Inhalt springen

Mapping Frankfurt-Süd

Aus wikimitlinks069
Version vom 19. Oktober 2026, 23:17 Uhr von Nike3006 (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="border-left:4px solid #ff0000; padding:0.4em 0 0.4em 1em; margin:0 0 1em 0;"> '''Mapping Frankfurt-Süd: Für wen wir Politik machen''' ist eine Arbeitsgrundlage der Stadtteilgruppe Süd der Linken Frankfurt für den Ortsbezirk 5: Sachsenhausen-Nord, Sachsenhausen-Süd, Niederrad und Oberrad. Diese Seite fasst das Wichtigste zusammen. Die ausführliche Fassung mit Karten, Stadtteilprofilen, Straßen je Wahlbezirk, Gesprächsbogen und Auswertun…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Mapping Frankfurt-Süd: Für wen wir Politik machen ist eine Arbeitsgrundlage der Stadtteilgruppe Süd der Linken Frankfurt für den Ortsbezirk 5: Sachsenhausen-Nord, Sachsenhausen-Süd, Niederrad und Oberrad. Diese Seite fasst das Wichtigste zusammen. Die ausführliche Fassung mit Karten, Stadtteilprofilen, Straßen je Wahlbezirk, Gesprächsbogen und Auswertungsmethode hat die Stadtteilgruppe Süd als PDF.

Arbeitsstand: 19. Oktober 2026. Alle Zahlen und Fakten sind belegt. Die Verweise in eckigen Klammern führen zum Abschnitt Quellen. Eigene Berechnungen sind als solche gekennzeichnet.

Wie das Mapping entstanden ist: Die Daten hat eine KI (Claude, Anthropic) ausgewertet, gestützt auf gezielt herausgesuchte Quellen, die im Abschnitt Quellen aufgeführt sind. Nike3006 aus der Stadtteilgruppe Süd hat die Ergebnisse auf Richtigkeit überprüft. Ansatz, Fragen und Schwerpunkte hat die Stadtteilgruppe Süd vorgegeben; sie verantwortet die Inhalte.

Wir machen Politik für die Menschen im Süden, die von Lohnarbeit, Rente oder Sozialleistungen leben und auf bezahlbare Mieten angewiesen sind. Wir machen sie mit diesen Menschen, gegen die ökonomisch und politisch Mächtigen. Das Mapping soll zeigen, wo wir dafür ansetzen. Es folgt drei Arbeitsregeln:

  • Daten zeigen, wo sich schwierige Lebenslagen ballen. Sie liefern Hypothesen, keine fertigen Forderungen.
  • Gespräche entscheiden, was drängt. Was die Menschen selbst als Problem benennen, gibt die Richtung der Arbeit vor.
  • Kernpunkte müssen anschlussfähig sein: konkret, lokal, viele betreffend, gewinnbar und mit einem benennbaren Gegenüber (Vermieter, Arbeitgeber, Stadt).

Dafür legen wir Daten zur sozialen Lage, Wahlergebnisse und die Ergebnisse von Gesprächen übereinander. Am Ende sollen zwei bis drei Kernanliegen stehen, an denen wir gemeinsam mit den Betroffenen arbeiten.

Das Wichtigste in Kürze

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Der Durchschnitt täuscht. Im Süden beziehen 89 von 1.000 Einwohner*innen Mindestsicherung, in der ganzen Stadt 106 (eigene Berechnung aus [1]). Oberrad und Teile von Niederrad und Sachsenhausen-Nord tragen die Last, während einzelne Bezirke kaum Armut kennen [2, S. 70].
  • Oberrad gehört zu den ärmeren Stadtteilen Frankfurts: 156 von 1.000 Einwohner*innen beziehen Mindestsicherung, das ist Rang 9 von 45 Stadtteilen [1]. Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ist die zweithöchste der Stadt [1]. Es gibt keine städtische Kita und keine weiterführende Schule [1].
  • Oberrad und Niederrad-Nord sind die am stärksten benachteiligten Stadtbezirke im Süden, auf Rang 83 und 82 von 114 [2, S. 70]. Der Bezirk 300 in Sachsenhausen-Nord gehört zu den Bezirken der Stadt, in denen die Benachteiligung von 2019 bis 2022 am stärksten zugenommen hat [2, S. 66].
  • Fast der ganze Süden ist schlecht versorgt. Beim Kitabesuch der 3- bis 6-Jährigen liegen Oberrad, Niederrad und Sachsenhausen-Süd auf den Rängen 39 bis 41 von 45 [1]. Ärzt*innen gibt es dort weniger als halb so viele je Einwohner*in wie im Stadtschnitt [1].
  • Wo die Armut am größten ist, wählen viele links, aber wenige gehen wählen. Bei der Bundestagswahl 2025 kam die Linke in Niederrad auf 15,2 % und in Oberrad auf 14,8 %, in Sachsenhausen-Süd auf 9,6 % (eigene Summen aus [3]). Bei der Kommunalwahl 2026 gingen im ganzen Ortsbezirk 50,5 % wählen [4], in Niederrad nur 40,7 % und in Oberrad 43,6 % (eigene Summen aus [5]).
  • Mieter*innen organisieren sich schon: in der Adolf-Miersch-Siedlung in Niederrad [6] und an der Mörfelder Landstraße in Sachsenhausen-Nord [7].
  • Ortsbeirat und Römer entscheiden über die drängenden Themen kaum. Zu Kindern und Schulen sowie zu Hitze und Grün wurde viel beschlossen oder geprüft, zu Löhnen, Armut im Alter, Sozialleistungen und Gesundheit kaum etwas [8] [9].

Die vier Stadtteile auf einen Blick

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsbezirk 5 leben rund 107.600 Menschen (eigene Summe aus [1]).

Merkmal Oberrad Niederrad Sachsenhausen-Nord Sachsenhausen-Süd Frankfurt
Einwohner*innen (2025) [1] 13.759 31.013 32.515 30.278 781.337
Mindestsicherung, je 1.000 Einwohner*innen (2025) [1] 156 110 77 51 106
Vollzeitbeschäftigte mit höchstens 4.000 € brutto (2025), eigene Berechnung aus [1] 40,6 % 34,0 % 20,8 % 21,6 % 31,5 %
Kinder unter 15 im SGB II (2025), Näherung aus [1] rund 24 % rund 14 % rund 11 % rund 5 % rund 14 %
Grundsicherung ab 65, je 1.000 (2025) [1] 135 102 100 76 110
Kitabesuch 3 bis 6 Jahre (2024) [1] 64 % (Rang 41) 66 % (Rang 40) 108 % 68 % (Rang 39) 90 %
Kinderärzt*innen (2025) [1] 1 1 6 0 54
Linke bei der Bundestagswahl 2025, eigene Summen aus [3] 14,8 % 15,2 % 12,1 % 9,6 % 14,4 %
Linke bei der Kommunalwahl 2026 (Ortsbeirat), eigene Summen aus [5] 10,3 % 10,8 % 9,4 % 7,3 % 9,2 %¹
Wahlbeteiligung Kommunalwahl 2026, eigene Summen aus [5] 43,6 % 40,7 % 57,2 % 54,5 % 49,6 %¹

Sachsenhausen-Süd mit Flughafen. Rang = Platz unter 45 Stadtteilen, Rang 1 ist der höchste Wert. Kitaquoten zählen Kinder nach dem Standort der Kita, daher über 100 % in Sachsenhausen-Nord [1]. Bundestagswahl: Zweitstimmen. Für die Stadtteile haben wir Urnen- und Briefwahl zusammengerechnet [5] [3]. ¹ Stadtverordnetenwahl [10].

Was daraus folgt: Die Linke ist dort stark, wo die Benachteiligung am größten ist. Bei der Bundestagswahl holte sie an der Urne in Niederrad-Nord 19,1 % und in Oberrad 16,1 %, in den am wenigsten benachteiligten Bezirken 321 und 332 nur 12,3 und 10,6 % [3]. Bei der Kommunalwahl sank ihr Anteil in Niederrad-Nord und Oberrad an der Urne auf 12,0 und 10,5 % [5]. Das deutet auf Menschen, die links wählen, bei der Kommunalwahl aber zu Hause bleiben oder anders wählen. Die Lücke bei Kitaplätzen und Ärzt*innen betrifft dagegen fast den ganzen Süden [1]. Sie kann arme und besser gestellte Nachbarschaften verbinden.

Für wen wir Politik machen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unsere Basis im Süden sind sechs Gruppen, die sich überschneiden. Gemeinsam ist ihnen: Sie leben von Lohn, Rente oder Sozialleistungen und hängen von Vermietern, Arbeitgebern und Ämtern ab.

Gruppe Wo im Süden (Hinweise aus den Daten) Wie wir sie erreichen
Mieter*innen in älteren Beständen und Siedlungen Oberrad, Niederrad-Nord und -Süd, Sachsenhausen-Nord (Bezirke 300 und 322), Fritz-Kissel-Siedlung [2, S. 70] [11] Haustürgespräche, Hausversammlungen, Mieter*innentreffen
Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Löhnen Wohnort vor allem Oberrad und Niederrad [1]. Arbeitsorte (eigene Annahme, ohne Quelle): Flughafen, Uniklinik, Büros im Lyoner Viertel, Gastronomie in Alt-Sachsenhausen Betriebstore, Schichtwechsel, Gewerkschaftskontakte, Streiksolidarität
Alleinerziehende und Familien mit wenig Geld Bezirke 300, 322, 326, 371 und 380 [2, S. 21] Kitas, Horte, Schulen, Spielplätze, Elternabende
Ältere mit kleiner Rente, oft allein Sachsenhausen-Süd, Oberrad, Fritz-Kissel-Siedlung [12, S. 60] [12, S. 73] Seniorentreffs, Kirchengemeinden, Hilfenetze, Hausbesuche
Junge Menschen in kleinen, teuren Wohnungen Bezirke mit hoher Fluktuation: 300, 325–329, Niederrad-West [2, S. 14] Infostände, Hochschulen, Ausbildungsbetriebe, soziale Medien
Menschen ohne deutschen Pass rund 30 % im Landtagswahlkreis 37, der den Ortsbezirk 5 und Goldstein umfasst [13]. Wer nicht aus der EU kommt, darf auch bei der Kommunalwahl nicht wählen [14]. Mehrsprachige Ansprache, migrantische Vereine, Kontakte zur Kommunalen Ausländer*innenvertretung (KAV)

Zwei Kreise sind zu unterscheiden. Die Wählerschaft sind die, die uns schon wählen: Stadtweit kam bei der Bundestagswahl 2025 gut die Hälfte der Stimmen für die Linke von unter 35-Jährigen und knapp sechs von zehn von Frauen [15]. Die Klassenbasis ist größer: Viele gehen nicht wählen [4] oder dürfen es nicht [14]. Organisierende Politik zielt auf beide, setzt aber dort an, wo sich Betroffenheit ballt.

Organisierte Mieter*innen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden haben sich Mieter*innen an zwei Orten bereits selbst organisiert. Beide Mietergemeinschaften werden von der Mietergewerkschaft Frankfurt begleitet [16].

Adolf-Miersch-Siedlung in Niederrad

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung gehört der Nassauischen Heimstätte (NH) [6]. Sie hat rund 1.800 Wohnungen aus den 1950er und 1960er Jahren, in denen fast 6.000 Menschen leben, und wird seit 2015 energetisch modernisiert [17, Teil 1]. Die NH gehört zu 61 % dem Land Hessen und zu 27 % der Stadt Frankfurt [18].

Im Jahr 2022 entstand mit Unterstützung der Mietergewerkschaft die Mietergemeinschaft Niederrad; seit Mai 2022 hält sie monatliche Mieterversammlungen ab [17, Teil 2]. Ihr Ziel ist eine verbindliche Modernisierungsvereinbarung mit der NH, ähnlich einem Tarifvertrag, und die Forderungen sollen von den Mieter*innen selbst kommen [17, Teil 2]. Bis November 2022 unterschrieben 56 von 85 Mietparteien der Adolf-Miersch-Straße 26–40b ihre Forderungen, darunter Ersatzwohnraum während der Bauzeit und höchstens 50 € Mieterhöhung im Monat [19]. Beim Umbau der Adolf-Miersch-Straße 40a/b erreichte die Mietergemeinschaft 2024, dass die geplante Dachaufstockung entfiel [20]. Offen blieben unter anderem eine Ersatzwohnung für die ganze Bauzeit und eine Modernisierung ohne höhere Warmmiete [20].

Seit 2024 darf die NH die Miete um bis zu 10 % in drei Jahren erhöhen [18]. Ein Bündnis für einen Mietpreisstopp bei der NH, an dem die Linke beteiligt ist, übergab im November 2025 in der Siedlung die ersten 1.000 Unterschriften [21]. Zur Mieterversammlung am 20. Oktober 2026 lud die Mietergemeinschaft ausdrücklich auch betroffene Nachbar*innen ein; auf der Tagesordnung standen Modernisierung, Betriebskosten, Instandhaltung und Leerstand [22].

Mörfelder Landstraße in Sachsenhausen-Nord

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Mörfelder Landstraße vermietet Vonovia rund 200 Wohnungen [23]. Auch hier gibt es eine Mietergemeinschaft, die von der Mietergewerkschaft betreut wird [7]. Das Trinkwasser ist seit Jahren mit Legionellen belastet [23] [7]. Im Jahr 2023 gründeten Mieter*innen eine Prüfgemeinschaft für die Betriebskostenabrechnungen [7].

Oberrad und Sachsenhausen-Süd

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier haben wir bei unserer Recherche am 15. Oktober 2026 keine Mieter*innen-Initiative gefunden [16] [24]. Ob es Hausgemeinschaften oder informelle Gruppen gibt, können erst die Gespräche zeigen.

Vorschlag: Wo Mieter*innen schon organisiert sind, knüpfen wir an ihre Arbeit an, statt daneben eigene Strukturen aufzubauen. Zuerst hören wir zu und fragen, was die Mietergemeinschaften von uns brauchen. Haustürgespräche in der Adolf-Miersch-Siedlung und an der Mörfelder Landstraße führen wir nur nach Absprache mit ihnen.

Anliegen (Hypothesen)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Daten leiten wir sieben Anliegen ab. Sie sind Ausgangspunkte für Gespräche, keine Beschlüsse: Was die Menschen nicht bestätigen, fällt weg, was sie neu nennen, kommt dazu.

Anliegen Was die Daten zeigen Was wir im Gespräch fragen Mögliche Kernforderung
Miete und Wohnen In Niederrad-West liegt die Wohnfläche im Schnitt unter 28 m² pro Person [12, S. 52]. In Oberrad trägt das Jobcenter die höchsten Wohnkosten im Süden, 686 € je Bedarfsgemeinschaft [1]. Wie hat sich Ihre Miete entwickelt? Wurde modernisiert, gekündigt, verkauft? Mieterhöhungen in städtischen Beständen begrenzen, Sozialwohnungsquote im Neubau durchsetzen, Mieter*innenberatung vor Ort
Löhne und Arbeit In Oberrad verdienen 40,6 % der Vollzeitbeschäftigten höchstens 4.000 € brutto, in der Stadt 31,5 % (eigene Berechnung aus [1]). Reicht der Lohn? Gibt es Tarif, Betriebsrat, Konflikte im Betrieb? Tariftreue bei städtischen Aufträgen und Tochterfirmen, Solidarität mit Arbeitskämpfen am Flughafen, in Klinik und Handel
Kinder, Schule, Betreuung Übergang aufs Gymnasium 2023: Niederrad 45,1 %, Oberrad 52,0 %, Stadt 58,5 % [25]. Oberrad hat keine städtische Kita und keine weiterführende Schule [1]. Finden Sie einen Hort- oder Ganztagsplatz? Was fehlt an der Schule? Ganztags- und Hortplätze, Schulsozialarbeit, Ausbau der Gesamtschulen im Süden (siehe IGS Süd)
Armut im Alter Grundsicherung ab 65: in Oberrad 135 je 1.000, in der Stadt 110 [1]. In allen vier Stadtteilen leben 57 bis 60 % der älteren Haushalte allein [12]. Kommen Sie mit der Rente aus? Wer hilft im Alltag? Wohnortnahe Begegnung und Beratung, barrierefreie Wohnungen, günstiges Ticket
Zugang zu Sozialleistungen Für alle vier Stadtteile gibt es nur ein Sozialrathaus, in Sachsenhausen [11] [26]. Bekommen Sie, was Ihnen zusteht, zum Beispiel Wohngeld oder Kinderzuschlag? Wo hängt es? Sozialberatung im Stadtteil, Kampagne zu Wohngeld und Kinderzuschlag
Hitze, Grün, Lärm Niederrad und Sachsenhausen liegen bei der Nähe zu öffentlichem Grün in der niedrigsten Klasse der Stadt [11]. Fluglärm und Hitze waren schon Themen unserer Fraktion im Ortsbeirat [8]. Wo ist es im Sommer unerträglich? Wo fehlt Schatten, Ruhe, ein Ort draußen? Schatten, Bäume und kühle Orte zuerst dort, wo die Wohnungen klein sind (siehe auch Fluglärm)
Gesundheit vor Ort Ärzt*innen je 10.000 Einwohner*innen: Oberrad 4,4, Niederrad 5,2, Sachsenhausen-Süd 5,0, Stadt 11,5 [1]. In Sachsenhausen-Süd gibt es keine Kinderärzt*in [1]. Finden Sie hier eine Hausärztin oder einen Kinderarzt? Wie lange warten Sie, wie weit fahren Sie? Kommunales Gesundheitszentrum im Süden mit Kinder- und Allgemeinmedizin und Sozialberatung unter einem Dach

Ein Kernpunkt ist anschlussfähig, wenn er alle fünf Prüfsteine besteht:

  1. Viele betroffen: Das Problem taucht in vielen Gesprächen auf, nicht nur bei Aktiven.
  2. Konkret und lokal: Es hat einen Ort im Stadtteil, etwa ein Haus, eine Schule oder eine Straße.
  3. Gewinnbar: Ein Teilerfolg ist in Monaten erreichbar.
  4. Gegenüber benennbar: Es ist klar, wer entscheidet und wer profitiert.
  5. Beteiligung möglich: Betroffene können selbst handeln, mit Unterschriften, Versammlungen oder Druck im Ortsbeirat.

Das Kommunalwahlprogramm 2026 hat auf alle sieben Anliegen eine Antwort, aber keine eigene für den Süden: Oberrad, Niederrad und Sachsenhausen kommen darin nicht vor [27].

Entscheidungen im Ortsbeirat 5 und im Römer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidungen von Ortsbeirat 5 und Römer treffen die Probleme aus dem Mapping nur teilweise. Zu Kindern und Schulen sowie zu Hitze und Grün wurde viel beschlossen oder geprüft, zu Löhnen, Armut im Alter, Sozialleistungen und Gesundheit kaum etwas [8] [9].

  • Ortsbeirat 5: Seit 2016 hat die Mehrheit 64 % der Anträge unserer Fraktion angenommen, die meisten einstimmig, vor allem zu Kinderbetreuung, Gesundheit, Hitze und Leerstand [8] [28]. Abgelehnt wurden Anträge, die sich gegen einen Vermieter oder den Flughafen richten, etwa zu Warmmieten und Zwangsräumung bei der NH und zum Nachtflugverbot [8]. Angenommene Anträge sind Bitten an den Magistrat [8]. Von 490 Anträgen kam im Römer einer durch, zur Binding-Brauerei [8] [29]. Die Anträge stehen auch auf der Seite Anträge der Fraktion Die LINKE im Ortsbeirat 5.
  • Römer: Seit 2021 wurde kein Antrag der Linken für den Süden angenommen [9] [30]. Oberrad, der am stärksten benachteiligte Bezirk im Süden [2, S. 70], kommt in den Entscheidungen des Römers seit 2021 nur einmal vor: mit einem abgelehnten Antrag zur Gruneliusschule [9]. Seit 2026 haben CDU, Grüne und SPD dort eine Mehrheit von 57 der 93 Sitze [31]. Sie haben ein städtisches Wohngeld angekündigt, das rund zehn Prozent der Haushalte entlasten soll [32].

Vorschlag: Die Anliegen, zu denen bisher kaum etwas entschieden wurde, also Löhne, Armut im Alter, Sozialleistungen und Gesundheit, entwickeln wir aus den Gesprächen heraus zu konkreten Forderungen für Oberrad und Niederrad. Wo der Ortsbeirat zugestimmt hat, etwa bei der Kinderbetreuung in Oberrad, fragen wir in den Gesprächen, ob sich etwas verändert hat, und haken beim Magistrat nach. Wo Anträge an der Mehrheit scheitern, wie bei den NH-Mieten, braucht es Druck von außen, gemeinsam mit den Mieter*innen, die sich schon organisieren. Dort ist die Stadt als Gesellschafterin mit 27 % ein benennbares Gegenüber [18].

So läuft das Mapping

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mapping hat vier Ebenen, die wir auf einer gemeinsamen Karte der Stadtbezirke zusammenlegen:

  1. Datenkarte: je Stadtbezirk Armut, Alleinerziehende, Ältere, Wohnfläche, Sozialwohnungen und Rang bei der Benachteiligung. Ergebnis: eine Rangliste der Bezirke nach Betroffenheit.
  2. Wahlkarte: je Wahlbezirk Ergebnis der Linken und Wahlbeteiligung 2025 und 2026. Ergebnis: Hochburgen, in denen wir Unterstützer*innen aktivieren, und Gebiete mit niedriger Beteiligung, in denen wir Nichtwähler*innen ansprechen.
  3. Gespräche: Haustürgespräche und Infostände in zwei Schwerpunktgebieten nach einem kurzen Leitfaden. Jedes Gespräch halten wir auf einem Bogen fest: Ort, Anliegen, Bereitschaft mitzumachen, Kontakt.
  4. Orte und Akteure: wo Menschen ohnehin zusammenkommen und wer dort schon aktiv ist, zum Beispiel Hilfenetze, Quartiersbüros und Begegnungszentren [33] und die Mietergemeinschaften [16].

Leitfaden für die Gespräche (aktivierende Befragung):

  • Was ärgert Sie hier im Viertel am meisten?
  • Was müsste sich als Erstes ändern?
  • Wer könnte das ändern, und warum passiert es nicht?
  • Würden Sie mit anderen zusammen etwas dafür tun? Dürfen wir uns wieder melden?

Vorschlag für den Test: Zuerst in zwei Gebieten: in Oberrad (Wahlbezirk 380-05) und in Niederrad-Nord (Wahlbezirke 371-05 und 371-06). Beide Stadtbezirke sind im Süden am stärksten benachteiligt [2, S. 70]. In diesen Wahlbezirken holte die Linke bei der Bundestagswahl 2025 an der Urne über 20 % [3], bei der Kommunalwahl 2026 gingen dort an der Urne aber nur 19 bis 24 % wählen [5].

Grenzen der Daten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Daten zeigen, wo wir suchen sollten, nicht, was die Menschen bewegt. Das klären erst die Gespräche. Armutswerte je Stadtbezirk haben den Stand Ende 2022 [2, S. 70], neuere Werte gibt es nur für ganze Stadtteile [1]. Die Lebenslagenkarten beruhen auf Daten von 2020 bis 2022; ihre Klassen haben wir selbst aus den Kartenfarben abgelesen [11]. Die Grenzen der Wahlbezirke liegen nicht als Geodaten vor, wir ordnen sie über Straßenverzeichnisse zu [34]. Wo die Beschäftigten aus dem Süden arbeiten, wissen wir nicht.

Die Nummern im Text verweisen auf diese Liste. Seitenangaben beziehen sich auf die Seite im PDF. Einige Quellen liegen der Stadtteilgruppe Süd nur als PDF oder Aushang vor; das steht jeweils dabei.

  1. Statistikatlas Frankfurt – Stadtteile – Stadt Frankfurt am Main, Werte 2024 und 2025, abgerufen am 14.10.2026
  2. Monitoring 2024 zur sozialen Segregation und Benachteiligung in Frankfurt am Main, Teil 1 – Jugend- und Sozialamt Frankfurt, Daten 2019 und 2022
  3. Wahlamt Frankfurt (votemanager): Bundestagswahl 23.02.2025, Stadtteile und Wahlbezirke – Zweitstimmen, abgerufen am 14.10.2026
  4. Frankfurter Wahlanalysen, Kommunalwahl 2026: Ortsbeirat 5, dazu Ortsbeiratswahlen im Überblick
  5. Wahlamt Frankfurt (votemanager): Ortsbeiratswahl 15.03.2026, Ortsbezirke und Wahlbezirke, dazu Wahlräume – amtliches Endergebnis, abgerufen am 14.10.2026
  6. Mietergewerkschaft: Mietergewerkschaft wird in der Adolf-Miersch-Siedlung in Frankfurt-Niederrad aktiv – 01.05.2022
  7. Mietergewerkschaft: Prüfgemeinschaft gegründet! (07.09.2023) und Legionellen in Vonovia-Siedlungen (2024) – Siedlung Mörfelder Landstraße
  8. Auswertung der Stadtteilgruppe Süd „Die Linke im Ortsbeirat 5 – 2016 bis 2026“ – alle 490 Anträge der Linken im Ortsbeirat 5 laut PARLIS [28] mit Ergebnis, Abstimmung, Mehrheiten und Themen, Stand 15.10.2026; internes Arbeitsdokument, liegt der Stadtteilgruppe vor
  9. Auswertung der Stadtteilgruppe Süd „Die Linke im Römer“ – Anträge der Fraktionen seit April 2021 laut PARLIS [30] mit den Beratungsergebnissen von Römer und Ortsbeirat 5, Stand 19.10.2026; internes Arbeitsdokument, liegt der Stadtteilgruppe vor
  10. Frankfurter Wahlanalysen, Kommunalwahl 2026: Stadtverordnetenwahl
  11. Lebenslagenkarten (neun Themen) des Frankfurter Bündnisses gegen Kinder- und Jugendarmut, Jugend- und Sozialamt Frankfurt, Stand Sozialmonitoring 2024 – PDF, liegt der Stadtteilgruppe vor
  12. Monitoring 2024, Teil 2: Frankfurter Stadtteile im Profil – Profile Niederrad S. 51–52, Oberrad S. 59–60, Sachsenhausen-Nord S. 70–71, Sachsenhausen-Süd S. 72–73
  13. statistik.aktuell 09/2023: Landtagswahlkreis 37
  14. Grundgesetz, Art. 28 – Kommunalwahlrecht für EU-Bürger*innen
  15. Frankfurter Wahlanalysen 77: Bundestagswahl 2025
  16. Mietergewerkschaft Frankfurt: Übersicht der Mietergemeinschaften – abgerufen am 15.10.2026
  17. Mietergewerkschaft: Serie „Modernisierung in der Miersch“, Teil 1 (24.05.2024), Teil 2 (18.02.2025), Teil 3 (17.04.2025)
  18. hessenschau: Nassauische Heimstätte verteidigt Mieterhöhungen gegen Protest – 15.07.2025
  19. Mietergewerkschaft: Modernisierungen: Große Mehrheit der Mieter in der Adolf-Miersch-Siedlung richtet Forderungen an die Nassauische Heimstätte – 10.11.2022
  20. Mietergewerkschaft: Aufruf zur Kundgebung gegen die Modernisierungspraxis der Nassauischen Heimstätte – Kundgebung am 24.07.2024
  21. Mietergewerkschaft: 08.11. Kundgebung zum Mietenstopp bei der Nassauischen Heimstätte – 2025
  22. Mietergemeinschaft Niederrad: Einladung zur Mieterversammlung am 20.10.2026, Triftstraße 34 – Aushang, liegt der Stadtteilgruppe vor
  23. Die Linke im Römer: Verantwortung übernehmen für den Verkauf von öffentlichen Wohnungen an Vonovia (01.09.2020) und Wohnungen von Vonovia zurück in die öffentliche Hand holen! (05.10.2020)
  24. VoNO!via-Mieter*innenbündnis: Kontakte – Mieter*innenorganisationen bei Vonovia, abgerufen am 15.10.2026
  25. Open Data Frankfurt: Übergänge auf weiterführende Schulen nach Stadtteilen
  26. Stadt Frankfurt am Main: Sozialrathaus Sachsenhausen, Über uns – Zuständigkeit; Adresse auf der Startseite des Sozialrathauses, abgerufen am 15.10.2026
  27. Die Linke Frankfurt: Kommunalwahlprogramm 2026 „Keine Profite mit unserem Zuhause!“ – PDF, 68 Seiten, Seitenzahl im PDF = gedruckte Seite; beschlossen ohne Gegenstimmen, Meldung vom 29.10.2025
  28. PARLIS, Stadtverordnetenversammlung Frankfurt: Anträge (OF) im Ortsbeirat 5, Antragsteller Linke – 490 Anträge seit April 2016; einzelne Anträge sind im Text als PDF verlinkt, Stand 15.10.2026
  29. PARLIS: Anregungen des Ortsbeirats 5 an die Stadtverordnetenversammlung (OA) und Etatanregungen (EA) mit Beratungsergebnissen; einzelne Vorlagen sind im Text als PDF verlinkt, abgerufen am 19.10.2026
  30. PARLIS, Stadtverordnetenversammlung Frankfurt: Anträge der Fraktionen (NR), Jahreslisten 2021, 2022, 2023, 2024, 2025, 2026; die Nummer (NR) führt zur Detailseite mit den Beratungsergebnissen
  31. hessenschau: Einigung auf Regierung im Römer: CDU, Grüne, SPD bilden Bündnis in Frankfurt – mit Volt – 26.05.2026
  32. hessenschau: Pragmatismus statt Liebesheirat: Das neue Frankfurter Vierer-Bündnis – 12.06.2026
  33. Magistratsbericht ST 2364/2023: Seniorinnen und Senioren im Frankfurter Süden
  34. Offene Daten Frankfurt: Straßenverzeichnis Wahlen – Straßen nach Wahlbezirk (Bundestagswahl 2025), Lizenz dl-de/by-2-0