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Verkehrswende

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Materialsammlung

Siehe auch Artikel Luftverschmutzung Verkehrswende [1]

Siehe auch: Straßen für alle 2.0 medium:Strassen für alle 2.0-Neu-1.pdf

Frankfurt kauft 52 neue Dieselbusse – obwohl die E-Wende läuft

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Frankfurt kauft 52 neue Dieselbusse – obwohl die E-Wende läuft

Die Frankfurter Verkehrsbetriebe ICB haben 52 Dieselbusse als Übergangslösung für bis zu fünf Jahre bestellt. Bis 2033 soll die gesamte Flotte auf alternative Antriebe umgestellt sein.

Frankfurt – Frankfurt will seine Busflotte elektrifizieren – doch auf den Straßen der Mainmetropole bleibt der Diesel noch auf Jahre präsent. Eine neue Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe zeigt, wie unterschiedlich die 40 größten deutschen Städte bei der Umstellung ihrer Busflotten vorankommen. Stichtag war der 31. Dezember 2025. Das Ergebnis: Fast 80 Prozent der Busse fahren noch mit Diesel. Insgesamt sind in den untersuchten Städten knapp 10.000 Dieselbusse unterwegs.

Auch Frankfurt steckt mitten in diesem Übergang. Die Stadt hat den Ausbau alternativer Antriebe begonnen, gleichzeitig aber weiterhin Dieselbusse im Einsatz. Ende 2024 bestand die Frankfurter Busflotte aus 420 Fahrzeugen, 21 Prozent davon fuhren bereits batterieelektrisch oder mit Wasserstoff. Die Umstellung wird allerdings durch Verzögerungen bei der notwendigen Infrastruktur gebremst.

Besonders deutlich wird das beim städtischen Busunternehmen ICB. Dessen Fuhrpark umfasst rund 220 Fahrzeuge. Mit neun neuen Wasserstoff-Gelenkbussen kamen zuletzt weitere emissionsfreie Fahrzeuge hinzu. Insgesamt verfügte die ICB damit über 48 lokal emissionsfreie Busse: 32 Wasserstoff- und 16 Batteriebusse. Gleichzeitig wurden 52 neue Dieselbusse bestellt – als Übergangslösung für bis zu fünf Jahre.

Die Fahrzeuge sollten ursprünglich bis Ende Juli 2026 geliefert und ab August eingesetzt werden. Doch die Auslieferung verzögerte sich. Erst im September gingen die ersten 20 neuen -Busse in Frankfurt an den Start. Insgesamt sollen 32 Solobusse und 20 Gelenkbusse die ICB-Flotte verstärken.

Für die Deutsche Umwelthilfe ist genau diese Entwicklung problematisch. Denn fast die Hälfte der untersuchten Städte plant zwischen 2026 und 2030 weiterhin die Anschaffung neuer Verbrennerbusse. Halle will nach Angaben der Umweltorganisation sogar ausschließlich Dieselbusse beschaffen. Frankfurt ist damit kein Einzelfall.

Wie weit die Städte auseinanderliegen, zeigt der Vergleich besonders drastisch: In Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg fuhr Ende 2025 noch kein einziger E-Bus. In Mannheim, Freiburg und Karlsruhe war dagegen bereits mehr als die Hälfte der Busflotte elektrisch unterwegs. Nur diese drei Städte erhielten von der DUH eine „Grüne Karte“, 19 Städte wurden mit einer „Roten Karte“ versehen.

Für Frankfurt ist die Entwicklung auch mit Blick auf die ab 2030 verschärften EU-Luftreinhaltevorschriften von Bedeutung. Die DUH verlangt deshalb eine vollständige Elektrifizierung der städtischen Busflotten bis spätestens 2030. Gleichzeitig sollen keine neuen Verbrennerbusse mehr angeschafft werden.

Besonders alte Diesel stehen im Fokus der Kritik. In Oberhausen, Nürnberg, Aachen, Gelsenkirchen, Kassel und Erfurt sind laut Studie noch Busse mit einer Abgasstufe schlechter als Euro V unterwegs. Ihre Stickstoffoxid-Emissionen liegen demnach um ein Vielfaches über denen moderner Euro-VI-Fahrzeuge. Gerade im dichten Stadtverkehr sind die Abgase für viele Menschen unmittelbar präsent.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch warnt vor einer langen Lebensdauer neu gekaufter Dieselbusse: „Diesel-Busse werden in der Regel länger als zehn Jahre im Nahverkehr betrieben.“ Wer bis 2030 noch Verbrenner anschaffe, verschiebe den Abschied vom fossilen Antrieb damit bis in die 2040er-Jahre.

Frankfurt hat sich inzwischen ein eigenes Ziel gesetzt: Ende 2026 sollen mehr als ein Viertel der rund 435 Linienbusse batterieelektrisch oder mit Wasserstoff unterwegs sein. Bis 2033 soll die gesamte Flotte auf alternative Antriebe umgestellt werden.

Der Weg dorthin bleibt allerdings anspruchsvoll. Es braucht neue Betriebshöfe, Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und Fahrzeuge – und dafür viel Geld. Die DUH kritisiert, dass die Bundesregierung die E-Bus-Förderung 2026 um zwei Drittel kürzt. Resch fordert deshalb eine langfristig gesicherte Finanzierung. „Die kommunalen Verkehrsbetriebe müssen zum Schutz der Menschen und des Klimas den Neukauf von Verbrenner-Bussen stoppen und ihre Busflotten bis 2030 vollständig elektrifizieren“, sagt er.

Für Frankfurt bedeutet das: Die E-Wende ist eingeleitet. Aber bis der Diesel von den Straßen der Stadt verschwindet, werden noch viele Jahre vergehen.

  • Simone Wagenhaus: Frankfurt kauft 52 neue Dieselbusse – obwohl die E-Wende läuft. Frankfurter Neue Presse (fnp.de), 08.10.2026. Online verfügbar unter: https://www.fnp.de/-94529855.html (abgerufen am 08.10.2026).