Kommunalwahlprogramm 2026/ Kapitel 16
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Gutes und würdevolles Leben im Alter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus: Die Linke. Kreisverband Frankfurt am Main, Programm zur Kommunalwahl am 15. März 2026 (Beschluss der Kreismitgliederversammlung vom 25. Oktober 2025), Kapitel 16, Seiten 54–55.
Wir wollen, dass Frankfurt eine lebenswerte Stadt für alle Altersgruppen ist. Derzeit aber führen gesellschaftliche, soziale und bauliche Barrieren dazu, dass viele ältere Menschen ausgegrenzt werden. Hohe Lebensmittelpreise und eine niedrige Rente machen es für viele immer schwerer, über die Runden zu kommen. Nicht wenige müssen fürchten, durch die steigenden Mieten aus ihren Wohnungen verdrängt zu werden. Frankfurt kann viel dafür tun, um das Leben von Senior*innen in Frankfurt zu verbessern und für finanzielle Entlastung zu sorgen.
Die Linke fordert:
- Die Stärkung der Mitbestimmungs- und Teilhabeinteressen von Senior*innen durch ein Antragsrecht des Senior*innenbeirats und die Erweiterung seiner Öffentlichkeitsarbeit.
- Eine altersinklusive Stadtentwicklung und Gestaltung des öffentlichen Raums. Hierzu gehören Barrierefreiheit, Nahversorgung und dezentrale Einkaufsmöglichkeiten (z. B. durch Vereine und Genossenschaften), eine wohnortnahe gesundheitliche und pflegerische Betreuung, die Förderung von generationenübergreifenden Begegnungsstätten mit Kultur- und Freizeitangeboten und von nachbarschaftlicher Unterstützung, z. B. durch selbstorganisierte Küchen für alle oder Hilfenetzwerke. Hierfür legen wir ein Aktionsprogramm „altersinklusive Stadtentwicklung“ vor in Zusammenarbeit mit den Senior*innenbeiräten, Sozialverbänden und weiteren Interessengruppen.
- Den bedarfsgerechten Bau und Ausbau sozialer Wohnformen, die ein altersgerechtes und selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen, und die Förderung von generationenübergreifenden Wohnprojekten (Mehrgenerationenhäuser). Hier sind besonders die städtischen Wohnungsbaugesellschaften gefordert.
- Förderung und Ausbau von Nachbarschaftszentren in allen Stadtteilen als wichtiger sozialer Treffpunkt auch für Senior*innen. Die Nachbarschaftszentren sind mit ausreichend Personal zu besetzen.
- Eine deutliche Ausweitung einer kostenlosen, barrierefreien, öffentlichen Toilettenversorgung in allen Stadtteilen.
- Fahrkartenverkauf und Inanspruchnahme von Beförderungsleistungen müssen auch analog erworben und genutzt werden können.
- Die Förderung der altersgerechten Umgestaltung von Wohnungen, damit ältere Menschen möglichst lange in ihrem gewohnten Wohnumfeld bleiben können. Hierfür werden stadtweite Förderprogramme aufgelegt.
- Für das möglichst lange Leben in der eigenen Wohnung sind gute ambulante Strukturen unverzichtbar. Die Stadt muss mit dafür Sorge tragen, dass es sowohl stationäre wie ambulante Einrichtungen in ausreichendem Umfang und guter Qualität gibt.
- Die Angebote des Rathauses für Senior*innen und des Pflegestützpunktes Frankfurt sind bekannter zu machen.
- Bildungsangebote und -programme für Senior*innen.
- Essen auf Rädern mit gesunder, regionaler Kost und verschiedenen Angeboten soll wieder in städtischer Regie angeboten werden. Auch hierfür fordern wir die Wiedereinrichtung der städtischen Küchenbetriebe.
- Einen humanen Umgang mit Demenzkranken. Das erfordert u. a. die Erweiterung integrativer und inklusiver Angebote, um demenzkranken Menschen so lange wie möglich Lebensqualität und Selbstständigkeit zu erhalten.
- In Alteneinrichtungen die Haltung und den Besuch von Tieren zu erleichtern, damit Tiere verstärkt zur seelischen Betreuung alter Menschen beitragen können.
Quelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Linke. Kreisverband Frankfurt am Main: Programm zur Kommunalwahl am 15.03.2026. Beschluss der Kreismitgliederversammlung vom 25. Oktober 2025, Kapitel 16: „Gutes und würdevolles Leben im Alter“ (S. 54–55).