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Europaturm

Aus wikimitlinks069

Stand 16.10.2026

Perspektiven für den Europaturm: Sanierung, Öffnung und Nutzung

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2026 (Günter Murr), „Perspektiven für den Europaturm gesucht“ (FAZ, 15.10.2026)

Der knapp 340 Meter hohe, seit vielen Jahren für Besucher geschlossene Europaturm („Ginnheimer Spargel“) soll wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Anlässlich einer vom „Journal Frankfurt“ organisierten Diskussion im Deutschen Architekturmuseum wurden Stand und Perspektiven des Vorhabens erörtert.

Vorbilder Dresden und Hamburg

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  • In Dresden und Hamburg wird derzeit die Sanierung der Fernsehtürme vorbereitet, um sie wieder öffentlich zugänglich zu machen.
  • Die Sanierungskosten (25 bis 40 Millionen Euro) teilen sich jeweils Bund und Städte; in Dresden kommt das Land hinzu.
  • Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer ist mit der Projektsteuerung für die Sanierung des Dresdner Fernsehturms beauftragt.

Finanzierung: rund 100 Millionen Euro nötig

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  • Beim deutlich größeren Frankfurter Turm reichen diese Summen voraussichtlich nicht: Eine Machbarkeitsstudie von 2019 nannte bereits rund 50 Millionen Euro, vor allem für Brandschutz am denkmalgeschützten Bauwerk; der tatsächliche Bedarf dürfte deutlich höher liegen.
  • Klaus Hirt (Partner bei Drees & Sommer) hält 100 Millionen Euro für „nicht unrealistisch“: „Die Baukosten sind explodiert“ – machbar sei alles, „aber es ist eine Frage des Geldes“.
  • Der vom Haushaltsausschuss des Bundestages einst genehmigte Bundeszuschuss über 25 Millionen Euro steht nicht mehr zur Verfügung.
  • Mike Josef (SPD) verwies per Videobotschaft auf die Notwendigkeit privaten Kapitals; Peer Kollecker (Deutsche Funkturm, Eigentümerin des Turms) hält ein erneutes „Anklopfen“ in Berlin für denkbar.
  • Kollecker: Nur eine Anschubfinanzierung mit öffentlichen Mitteln sei nötig, ein tragfähiges Nutzungskonzept solle sich wirtschaftlich selbst tragen.

Offene Nutzungsfrage

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  • Bis 1999 beherbergte die Turmkanzel Disko und Restaurant; deren Ausbau nach der Schließung sei im Nachhinein ein Fehler gewesen (Kollecker) – Ende der Neunzigerjahre lohnten Brandschutzinvestitionen damals nicht mehr.
  • Eine einfache Reaktivierung der alten Nutzung schließt Gabriele Eick (Ehrenpräsidentin des Frankfurter Marketingclubs) aus: „Die Diskozeit ist vorbei, die Jugend tickt heute anders.“ Gefordert wird ein Konzept mit Alleinstellungsmerkmal, das die Menschen zusammenführt.
  • Als Vorbild nennt Kollecker Dresden, wo historische Bilder auf die Scheiben der Kanzel projiziert werden sollen; nötig sei ein flexibles Nutzungskonzept – „Mit Mut geht das.“

Umfeld und neue Impulse

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  • Hirt: Es müsse auch das Umfeld mitbetrachtet werden; die Voraussetzungen in Frankfurt seien nicht schlecht, da die Stadt auf dem benachbarten früheren Bundesbankgelände die Europäische Schule ansiedeln will.
  • An der Hochschule Darmstadt entwickeln Studierende der Innenarchitektur derzeit Ideen für eine Transformation des Turms; ausgestellt werden sie im Dezember.