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Kommunalwahlprogramm 2026/ Kapitel 12

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Gleichstellung von Frauen verwirklichen

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Aus: Die Linke. Kreisverband Frankfurt am Main, Programm zur Kommunalwahl am 15. März 2026 (Beschluss der Kreismitgliederversammlung vom 25. Oktober 2025), Kapitel 12, Seiten 45–46.

Noch immer sind Ressourcen, Chancen und Macht zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt. Gleichstellung ist deshalb eine zentrale soziale und demokratische Frage. Auch in Frankfurt ist sie längst nicht erreicht: Frauen verdienen im Schnitt deutlich weniger als Männer, sind seltener in Führungspositionen, übernehmen mehr unbezahlte Sorgearbeit und sind stärker von Altersarmut betroffen. Gewalt gegen Frauen – insbesondere häusliche Gewalt durch Partner oder Ex-Partner – ist weiterhin ein alltägliches Problem – auch in Frankfurt. Die völkerrechtlich bindende Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt an Frauen ist auch in Frankfurt noch nicht umfassend umgesetzt.

Gleichstellung kommt nicht von allein. Sie muss politisch gewollt, organisiert und durchgesetzt werden – auf allen Ebenen. Das gilt auch für die Kommunalpolitik. Frankfurt braucht eine aktive Gleichstellungspolitik, die strukturelle Benachteiligungen von Frauen in Arbeit, Politik, Bildung, Gesundheit und im Alltag abbaut.

Die Linke steht an der Seite von Frauen, die sich für ihre Rechte und für ein selbstbestimmtes Leben einsetzen – auf der Straße, in Betrieben, in der Politik, in sozialen Bewegungen. Wir wollen feministische Perspektiven in allen Politikfeldern sichtbar machen und bestehende Programme, etwa zur Gewaltprävention, besser ausstatten und wirksam umsetzen. Für eine feministische Stadt, die niemanden zurücklässt!

Die Linke fordert:

  • Gleichstellung in der Stadtverwaltung voranbringen: Frauenförderung und Gleichstellungsplan umsetzen, Lohngleichheit sichern, Gleichbehandlungs- und Entgeltchecks anwenden.
  • Care-Arbeit aufwerten: durch bessere Arbeitsbedingungen in der Kinderbetreuung, echte Ganztagsschulen sowie durch neue gemeinschaftliche Infrastrukturen wie Sorgezentren und Stadtteilkantinen.
  • Den Kampf gegen Gewalt an Frauen in all ihren Formen als zentrale Aufgabe anerkennen – inklusive Monitoringstelle gemäß Istanbul-Konvention.
  • Schutzinfrastruktur gemäß Istanbul-Konvention ausbauen: mehr Frauenhausplätze mit pauschaler Finanzierung, barrierefreie und mehrsprachige Beratungsangebote, Dolmetschleistungen, kostenlose Rechtsberatung und geschultes Fachpersonal.
  • Prävention stärken: Täterarbeit ausbauen, feministische Themen in Bildung und Sozialarbeit verankern.
  • Gleichstellung strukturell verankern: durch Gender Budgeting, geschlechtergerechte Stadtplanung und die Prüfung aller Magistratsvorlagen auf ihre Auswirkungen auf Frauen.
  • Städtische Kampagnen gegen sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum – in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen.
  • Werbung mit sexistischen Stereotypen auf städtischen Werbeflächen untersagen, vielfältige Körperbilder fördern.

Vorlage:Zitat

Die Linke. Kreisverband Frankfurt am Main: Programm zur Kommunalwahl am 15.03.2026. Beschluss der Kreismitgliederversammlung vom 25. Oktober 2025, Kapitel 12: „Gleichstellung von Frauen verwirklichen“ (S. 45–46).