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Kommunalwahlprogramm 2026/ Kapitel 13

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Queer: Gleichberechtigung für alle geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen

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Aus: Die Linke. Kreisverband Frankfurt am Main, Programm zur Kommunalwahl am 15. März 2026 (Beschluss der Kreismitgliederversammlung vom 25. Oktober 2025), Kapitel 13, Seiten 47–48.

Wir setzen uns für eine vielfältige Gesellschaft ein, in der alle Menschen nach ihren Bedürfnissen leben und lieben können – unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung. Alle sollen sich in den verschiedensten Lebensbereichen zeigen und sicher fühlen können. Die Selbstbestimmung jedes Menschen ist für uns nicht verhandelbar.

Die Situation queerer Menschen ist häufig von Mehrfachdiskriminierung geprägt. Gerade in jüngster Zeit werden queere Veranstaltungen wie die Pride von Rechtsaußen bedroht. Insbesondere Trans-Personen sind das Ziel rechter Angriffe. Ihre Bedrohung durch Gewalttaten ist überdurchschnittlich. Hierfür darf in unserer Gesellschaft kein Platz sein. Queere Menschen im Kindes-/Jugendalter, im höheren Alter, mit Migrationsgeschichte, mit Rassismuserfahrungen, mit Beeinträchtigungen sowie in prekären sozialen Situationen sind besonders betroffen. Um dem entgegenzuwirken, braucht es eine intensivere Sensibilisierung der Gesellschaft, mehr Aufmerksamkeit für Betroffene und entsprechende Angebote.

In Schulen, Vereinen, Behörden, Sport-, Ausbildungs- und Arbeitsstätten gehört Queerfeindlichkeit leider noch immer zum Alltag. Kinder aus „Regenbogenfamilien“ sind oft von einer Stigmatisierung ihrer Eltern mitbetroffen. Die Stadt Frankfurt muss diese Diskriminierung aktiv bekämpfen.

Die Linke fordert:

  • Queere Räume sind Teil einer vielfältigen Gesellschaft und Basis einer lebendigen, solidarischen Stadtkultur: Die Stadt Frankfurt muss sich für den Erhalt und die Förderung von queeren Räumen wie Bars, Clubs, kulturellen Einrichtungen, queere Orte ohne Konsumzwang sowie für Vereins-, Beratungs- und Schutzräume einsetzen.
  • Eine Öffentlichkeitskampagne der Stadt gegen jede Form von Stigmatisierung, Diskriminierung und Gewalt aufgrund von geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung.
  • Den Aufbau einer umfassenden Struktur zur Prävention und zum umfassenden Schutz von queeren Menschen vor Gewalt. Hierzu gehört auch ein sensibles und respektvolles Verhalten von Polizei und Strafverfolgungsbehörden durch verbindliche und qualifizierte Aus- und Weiterbildungsprogramme und die Sicherstellung der psychosozialen Betreuung von Gewaltbetroffenen.
  • Sicherheitskonzepte und Schutzmaßnahmen bei Pride-Veranstaltungen in Frankfurt ausbauen – auch für An- und Abreisende. Ordnungsbehörden und Verwaltungen müssen für queerfeindliche und rechtsextreme Bedrohungslagen geschult werden.
  • Die Stadt Frankfurt muss ihren Einfluss auf Landesebene geltend machen, sodass die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten sowie sexueller Orientierungen, wie im schulübergreifenden Lehrplan Sexualerziehung vorgesehen, angemessen behandelt wird. Das bedeutet, Schulen und die Lehrkräfteaus- und -fortbildung entsprechend auszustatten und Projekte freier Träger zu fördern. Frankfurt setzt sich zudem für eine Verankerung dieser Ausbildungsinhalte an hessischen Pflegeschulen ein.
  • Die Stadt muss Sensibilisierungsprogramme und Fortbildungen von Lehrkräften, Erzieher*innen, Jugendleiter*innen, Beschäftigten in der Kinder-, Familien- und Jugendhilfe sowie von Behörden anbieten, die die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und sexueller Orientierungen anerkennen und Gleichstellung fördern. In der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter*innen des Standesamtes ist die respektvolle Behandlung von Menschen aller Geschlechter Pflicht. Dazu gehört auch der Abbau von Geschlechterstereotypen.
  • Ausweitung der Aufklärungsprojekte wie „SCHLAU Frankfurt“, ihre Aufstockung und dauerhafte Finanzierung.
  • Aufstockung und dauerhafte Finanzierung der bestehenden Selbsthilfe- und Beratungsstrukturen von und für queere Menschen durch die Stadt. Förderung und Ausbau von Schutzangeboten für queere Kinder und Jugendliche. Dazu zählen auch queere Wohnprojekte (wie „Queeres Jugendwohnen“) und Jugendzentren (wie „KUSS41“).
  • Förderung und Ausbau queerer Senior*innen-Wohn- und -Pflegeprojekte.
  • Förderung und Ausbau von Beratungsangeboten und Schutzräumen für queere Sexarbeiter*innen (wie „KISS Frankfurt“). Diese Angebote sollten sowohl psychosoziale als auch gesundheitliche Aspekte umfassen.
  • Für die Förderung der Akzeptanz ist das Expert*innenwissen und die Unterstützung der Communities unerlässlich. Die Arbeit der kommunalen Koordinierungsstelle für LSBTIQ ist dauerhaft zu sichern.
  • Sichtbarmachung queerer Geschichte und Gegenwart im öffentlichen Raum.
  • Besondere Unterstützung von queeren Geflüchteten.

Vorlage:Zitat

Die Linke. Kreisverband Frankfurt am Main: Programm zur Kommunalwahl am 15.03.2026. Beschluss der Kreismitgliederversammlung vom 25. Oktober 2025, Kapitel 13: „Queer: Gleichberechtigung für alle geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen“ (S. 47–48).